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Gründen in unsicheren Zeiten: Neuer Global Entrepreneurship Monitor zeigt Stärken und Herausforderungen für Österreichs Unternehmertum

13. März 2025

Größte internationale Studie zu Unternehmertum 2024/25: moderate Gründungsdynamik wird in Österreich durch Resilienz ausgeglichen. Positiv bewertet werden die exzellente Infrastruktur und die Förderprogramme, während Kosten und Unsicherheit bremsen.

Wir gründen seltener, aber erfolgreicher

Trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten und herausfordernder Rahmenbedingungen bleibt die Gründungsdynamik in Österreich stabil. Seit 2020 gehen zwar weniger neue Unternehmen an den Start, doch diese zeigen eine höhere Resilienz und Stabilität als in vergleichbaren Ländern. Die Entwicklung deutet darauf hin, dass Qualität zunehmend vor Quantität steht. Die Rate der Jungunternehmen liegt bei 6,6% Anteil an der Bevölkerung, wobei sich wieder etwas mehr Personen in der Vorgründungsphase befinden. Erfreulich ist die weiterhin hohe Rate etablierter Unternehmen mit 7,9%, bei der Österreich im europäischen Vergleich deutlich besser abschneidet. „Diese Stabilität zeigt, dass unser Standort nicht nur ein Sprungbrett für Unternehmensgründungen ist, sondern auch die Rahmenbedingungen bietet, um langfristig erfolgreich zu wachsen. Wir schaffen ein Umfeld, in dem Innovationen gedeihen, Investitionen sicher sind und Unternehmen nachhaltig Wert schaffen können – für die Wirtschaft, die Gesellschaft“, betonte Staatssekretärin Elisabeth Zehetner (BMAW) beim GEM-Launch-Event in Wien.

Älter, gebildeter, nachhaltiger

Unternehmertum in Österreich verändert sich: Das Durchschnittsalter der Jungunternehmer:innen steigt auf 42 Jahre, was insbesondere auf eine stärkere Gründungsdynamik in älteren Altersgruppen ab 55 Jahren zurückzuführen ist. Gründer:innen haben zudem deutlich höhere Bildungsabschlüsse als die Gesamtbevölkerung. Der Anteil von Gründungen durch Frauen steigt, jedoch stehen sie weiterhin vor herausfordernderen Rahmenbedingungen als Männer.

Gleichzeitig gewinnt nachhaltiges Unternehmertum an Bedeutung, was Österreich mit einem international dritten Platz unter 56 Ländern unterstreicht. „Der aktuelle GEM zeigt, mit welchen Stärken das unternehmerische Ökosystem in Österreich auch in herausfordernden Zeiten überzeugt. Gleichzeitig werden Potenziale sichtbar, etwa bei der Finanzierung, der Digitalisierung der Unternehmensgründung oder dem Ausbau der Kinderbetreuung“, unterstreicht Verena Eugster, Bundesvorstandsmitglied Junge Wirtschaft in der WKÖ.

Österreichs Jungunternehmen: innovativ und mit Potential bei Spin-offs

Zwei von drei Jungunternehmen in Österreich sind innovationsbasiert, jedes fünfte agiert als innovativer Nischenplayer. Ungenütztes Potenzial zeigt sich bei Spin-Offs oder der digitalen Transformation, die vor allem Datenschutzbedenken bremst. „Start-ups und Spin-offs sind essenziell für Österreichs Innovation. 2024 investierte die FFG über 90 Mio. Euro in FTI-Jungunternehmen. Diese Förderung muss gesichert und ausgebaut werden, um das Potenzial von Spin-offs noch besser zu heben“, so Dr. Henrietta Egerth, Geschäftsführerin der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft FFG.

Unternehmerisches Umfeld: Infrastruktur glänzt, Unsicherheit und Kosten bremsen

Österreichs Infrastruktur und Förderprogramme zählen weiterhin zu den besten weltweit und belegen im internationalen GEM-Vergleich Rang 2. „Die GEM-Studie bestätigt Österreichs Spitzenplatz im europäischen Vergleich bei Förderprogrammen. Als Förderbank des Bundes unterstützt die aws ganz gezielt Start-ups – vom Finanzierungsvolumen des aws-Kerngeschäfts fließen rund ein Drittel in die Förderung dieser – mit Angeboten, was gerade für junge innovative Unternehmen in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten von entscheidender Bedeutung ist“, so Bernhard Sagmeister und Gerfried Brunner, Geschäftsführung Austria Wirtschaftsservice GmbH (aws).

Dennoch bremsen Verunsicherung und steigende Kosten das Gründungsgeschehen. Knapp die Hälfte der Bevölkerung sieht zwar Gründungsmöglichkeiten, doch nur 7,5 % planen tatsächlich eine Unternehmensgründung in den nächsten drei Jahren. Das lässt auf eine weiterhin niedrige Gründungsdynamik schließen. „Wir sehen vor allem bei jenen einen sprunghaften Anstieg bei der Angst vor dem unternehmerischen Scheitern, die Möglichkeiten für eine Gründung sehen“, so Christian Friedl, Studienleiter des Global Entrepreneurship Monitor Austria.

Über GEM

Der Global Entrepreneurship Monitor (GEM) ist die größte internationale Vergleichsstudie zum Unternehmertum, an der Österreich seit 2012 regelmäßig teilnimmt. Weltweit beteiligen sich 56 Länder, 21 aus Europa. Die quantitative Erhebung des GEM Österreich basiert auf einer repräsentativen Umfrage der heimischen erwerbsfähigen Bevölkerung (n = 4.620), dazu ergänzend bewerten 36 Expert:innen den Zustand des unternehmerischen Ökosystems. Auf Basis der in regelmäßigen Abständen erhobenen Daten werden entsprechende Handlungsempfehlungen identifiziert.

 

PartnerInnen: BMAW, WKÖ, BMK, aws, FFG, GIN, WKW, eXplore!, WU Wien, EY Austria, Joanneum Research und FH JOANNEUM

Die vollständige Studie und die Kurzfassung sind ab sofort hier abrufbar:  www.gemaustria.at

GEM Austria Report 2024/25: Launch am 12. März

4. März 2025

Die neuesten Erkenntnisse aus der weltweit größten Entrepreneurship-Studie zu Österreich sind da und werden im Rahmen der PHÖNIX-Gründungspreisverleihung offiziell vorgestellt wird.

📅 Datum: Mittwoch, 12. März 2025
📍 Ort: Großer Festsaal der Industriellenvereinigung, Schwarzenbergplatz 4, 1030 Wien
Ablauf:
🔹 16:00 Uhr: Projektausstellung – Innovatoren & Startups kennenlernen
🔹 17:15 Uhr: Präsentation der GEM-Ergebnisse & PHÖNIX-Preisverleihung
🔹 18:45 Uhr: Networking & kulinarischer Ausklang

🎤 Moderation: Sara Grasel | 🎶 Showact: Ina Regen

👉 Jetzt anmelden: Hier geht’s zur Registrierung – die Plätze sind begehrt!

Der Report kann dann ab 12. März hier auf dieser Website kostenfrei heruntergeladen werden.

📊 Was ist GEM?
Der Global Entrepreneurship Monitor (GEM) analysiert seit 1999 unternehmerische Aktivitäten, Motive und Rahmenbedingungen in über 50 Ländern. Österreich nimmt seit 2012 teil – koordiniert von der FH JOANNEUM mit Unterstützung führender Partner wie BMAW, BMK, WKO, WKW, aws, FFG, eXplore!, WU Wien, EY Austria und Joanneum Research.

Launch des GEM Global Reports in Bilbao

24. Februar 2025

Beim Launch-Event des globalen GEM-Reports am 17.2.2025 in Bilbao nahmen knapp 500 Teilnehmer:innen aus 53 Ländern teil. Das große Interesse zeigt einmal mehr die Relevanz von Entrepreneurship-Forschung und die Bedeutung internationaler Netzwerke.

Der neue GEM Global Report ist ab sofort verfügbar und bietet spannende Einblicke in die weltweiten Entwicklungen im Unternehmertum. Eine Zusammenfassung der zentralen Ergebnisse sowie der vollständige Report können hier heruntergeladen werden:

➡️ GEM Global Entrepreneurship Monitor Viel Spaß beim Lesen! 🚀

Auch im am 12.3.2025 erscheinenden GEM Austria Report werden neben Detailanalysen zum Gründungsstandort Österreich auch die wichtigsten globalen Trends kompakt zusammengefasst.

Global Entrepreneurship Monitor Austria 2022/23 veröffentlicht

21. April 2023

Wachsende Dynamik, viele Chancen: Neuer Global Entrepreneurship Monitor stellt Unternehmerland Österreich gutes Zeugnis aus

Größte internationale Studie zu Unternehmertum 2022/23: In Österreich sieht jede/r Zweite gute Gründungsmöglichkeiten in eigener Region – hierzulande wird gegründet, um die Welt zu verbessern

Die größte internationale Vergleichsstudie zum Unternehmertum, der GEM (Global Entrepreneurship Monitor), stellt Österreich in seiner neuesten Auflage 2022/23 ein gutes Zeugnis aus: Die Gründungsdynamik in Österreich nimmt wieder an Fahrt auf. Zudem beurteilt die österreichische Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter die Gründungsmöglichkeiten deutlich positiver als noch vor zwei Jahren.

Ein positives Signal für den Unternehmensstandort Österreich, betonte BMAW Generalsekretärin Eva Landrichtinger beim GEM-Launch-Event am Freitag in Wien: „49,5% der erwerbsfähigen Bevölkerung sieht derzeit gute Gründungsmöglichkeiten in ihrer Region. Das ist sehr erfreulich und zeigt deutlich, dass in Österreich viel Unternehmergeist und großes Potential im Unternehmertum vorhanden ist.“

Österreich verbessert sich damit im Vergleich mit den teilnehmenden europäischen Ländern auf Rang 10 und nimmt in der DACH-Region sogar die Spitzenposition ein. Ebenfalls jeder / jede Zweite betrachtet hierzulande eine Unternehmensgründung als erstrebenswerte Karriereoption (plus 4,7 Prozentpunkte im Vergleich zu 2020). Nach den Krisenjahren kommt auch wieder mehr Dynamik in die Jungunternehmer:innen-Landschaft Österreichs: Gemessen an der gesamten Erwerbsbevölkerung, sind hierzulande 6,8% Jungunternehmer:innen. Auch die Zahl jener Jungunternehmen, die international tätig sind, steigt langsam wieder.

Gründen, um die Welt zu verbessern

Zwar ist die Bestreitung des Lebensunterhalts ein vorherrschendes Gründungsmotiv für Jungunternehmen, jedoch stehen den monetären Absichten auch höhere Motive gegenüber. Mehr als zwei Drittel der österreichischen Jungunternehmen berücksichtigen Umwelt- oder soziale Aspekte bei Unternehmensentscheidungen und 37,9% der neuen Unternehmerinnen und Unternehmer gründen, um die Welt zum Besseren zu verändern. Es wäre aber noch mehr Potenzial vorhanden: Die Sustainable Development Goals sind beispielsweise nur weniger als einem Drittel der Jungunternehmen bekannt.

Frauenanteil bei Unternehmensgründungen steigt

Während die Gründungsdynamik in Österreich langsam zunimmt, gibt es beim Entschluss ein Unternehmen zu gründen, nun verstärkt Gründungen durch Frauen. Der Frauenanteil steigt erfreulicherweise auf 44,8%. Es gibt jedoch noch viel zu tun, denn der Frauenanteil geht mit der Technologieintensität des Unternehmens stark zurück und 28,7% der Gründungsteams sind noch immer rein männlich“, so Amelie Groß, Vizepräsidentin der Wirtschaftskammer Österreich. Ein hoher Bildungsgrad ist außerdem erneut allgemein ein hoher Treiber für unternehmerische Aktivität.

Hervorragendes Förderangebot – Herausforderungen bei Bildung

Während die Politik in Bezug auf Unternehmertum in Österreich durchschnittliche Bewertungen erhält, wird das heimische Förderangebot zur Unterstützung junger Unternehmen als sehr positiv wahrgenommen und erreicht im internationalen GEM-Vergleich heuer sogar Rang eins“, erläutert Christian Friedl, Studienleiter für Österreich und Professor am FH JOANNEUM in Graz, die Ergebnisse der Expert:innen-Interviews, die sich im GEM mit der Befragung der Bevölkerung zur umfassenden Analyse zusammenfügen.

Verbesserungsbedarf gibt es demnach im Bereich Entrepreneurship Education, und zwar vor allem in Schulen und der Berufsbildung. In der Gesamtbewertung des unternehmerischen Ökosystems liegt Österreich sowohl im europäischen als auch im internationalen Vergleich erneut im Mittelfeld. „Das deutet auf eine gewisse Resilienz des heimischen Ökosystems hin, insbesondere aufgrund der schwierigen Rahmenbedingungen“, so Friedl.

 
Über GEM

Der GEM ist die größte internationale Vergleichsstudie zum Unternehmertum, an der Österreich seit 2012 regelmäßig teilnimmt. Die quantitative Erhebung des GEM Österreich basiert auf einer repräsentativen Umfrage der erwerbsfähigen Bevölkerung (n = 4.602), dazu ergänzend bewerten 37 Expertinnen und Experten den Zustand des unternehmerischen Ökosystems. Auf Basis der nun seit zehn Jahren in regelmäßigen Abständen erhobenen Daten werden entsprechende Handlungsempfehlungen identifiziert.

PartnerInnen: BMAW, WKÖ, BMK, aws, eXplore!, WKW, Rat FTE, FFG, FH JOANNEUM, Joanneum Research

 

Kontakt: Austria Wirtschaftsservice; Matthias Bischof; E: m.bischof@aws.at

FH JOANNEUM, Christian Friedl, E: christian.friedl@fh-joanneum.at

Download vollständiger Report

Download Kurzfassung

OTS-Presseaussendung

Global Entrepreneurship Monitor Austria (GEM Austria) 2022/23 Launch Event

13. April 2023

Am Freitag dem 21. April um 10:00 Uhr wird gemeinsam mit BMAW Generalsekretärin Eva Landrichtinger, der Vizepräsidentin der Wirtschaftskammer Österreich Amelie Groß und aws Geschäftsführer Bernhard Sagmeister der Global Entrepreneurship Monitor (kurz: GEM) präsentiert.

Der GEM ist die größte internationale Vergleichsstudie zum Unternehmertum, an der Österreich seit 2012 regelmäßig teilnimmt. Der nun vorliegende Länderbericht für das Jahr 2022/2023 hat die Dynamiken der heimischen Unternehmenslandschaft untersucht. Die Erkenntnisse liefern breite und umfassende Einblicke, erfasst wurden dabei zentrale Aspekte wie die Gründungsaktivität, die Einstellungen zum Unternehmertum sowie spezielle Charakteristika von Gründenden.

Um Anmeldung wird bis zum 19. April 2023 gebeten: Launchevent Global Entrepreneurship Monitor Austria – Info (b2match.io)

GEM Global Report 2022/23 veröffentlicht

Gemäß dem neuen Global Entrepreneurship Monitor (GEM) Global Report 2022/2023 „Adapting to a New Normal“ hatte die Pandemie unterschiedliche Auswirkungen auf das Unternehmertum in den unterschiedlichen Ökonomien dieser Welt. Der neue Report wurde nun in der Schweiz an der Fribourg School of Management präsentiert und basiert auf Auswertungen von mehr als 175.000 Einzelpersonen und ExpertInnen aus 51 Ländern und kann unter folgenden Link heruntergeladen werden: https://www.gemconsortium.org/reports/latest-global-report

Der detaillierten Österreich-Ergebnisse werden beim GEM Austria 2022/23 Report-Launch am 21.4.2023 bei der aws in Wien präsentiert.

Die nächsten Veranstaltungen mit GEM Austria

2. April 2023

In den kommenden Wochen haben wir wieder die Möglichkeit, GEM-Daten bei unterschiedlichen Veranstaltungen zu präsentieren:

Mi 19.4.2023 Startup Spritzer an der FH JOANNEUM, Graz >> Startup Spritzer #87 – FH Joanneum Tickets, Mi, 19.04.2023 um 18:00 Uhr | Eventbrite

Fr 21.4.2023 GEM Austria Official Launch Event, aws Wien >>  Launchevent Global Entrepreneurship Monitor Austria – Info (b2match.io)

Fr 21.4.2023 Youth Start Entrepreneurial Challenges, KPH Wien >>  Start – YouthStart – Entrepreneurial Challenges

Di 9.5.2023 Innovation Afterhour, WeXelerate Wien >> Infos folgen

to be continued – wir freuen uns auf den Austausch bei diesen Events!

 

GEM 2020/21: Das unternehmerische Ökosystem Österreichs in Zeiten der Pandemie – erstaunlich stabil oder veränderungsresistent?

11. Oktober 2021

Die GEM 2020/21 Erhebung zeigt insbesondere, dass Österreichs Jungunternehmerinnen und Jungunternehmer verunsichert und deren Optimismus und Wachstumserwartungen gedämpft sind. „Vor dem Hintergrund der Covid-19-Pandemie war die Erhebung und Analyse heuer besonders spannend“, so Christian Friedl, Leiter des GEM-Österreich-Teams vom Institut International Management der FH JOANNEUM.

Die gesamte Presseaussendung zum bevorstehendenLaunchevent am 27.10.2021 um 9:00 finden Sie hier!